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Krisen

Krisen gehören dazu

Fast alle Paare haben irgendwann eine Beziehungskrise. Wenn wir in einer Krise sind, heisst das noch nicht, dass wir eine schlechte Beziehung haben. Zwischendurch zu streiten kann unserer Beziehung sogar einen gewissen Schwung geben – wenn wir uns dabei nicht zu fest verletzten und es schaffen, weiterhin konstruktiv über Dinge zu reden. Wenn wir aber immer wieder oder wirklich lange Beziehungskrisen haben, sollten wir uns schon Gedanken machen. Dann müssen wir etwas an unserem Umgang miteinander ändern. Und wenn wir es nicht selbst schaffen (was manchmal ganz schön schwierig ist), wäre es vielleicht doch an der Zeit, uns Hilfe von aussen zu holen. Es ist wirklich schade, dass viele Paare erst zu spät in eine Therapie gehen oder, noch besser, früher ihre Paarkompetenzen stärken. Deshalb zeigen Studien auch, dass Paartherapien nur bei gut der Hälfte der Paare helfen. Weil viele einfach zu lange warten. Denn eigentlich können Krisen uns als Paar weiterbringen, indem sie uns Denkanstösse geben und uns helfen, uns weiterzuentwickeln. Aber dazu müssen wir Krisen rechtzeitig erkennen (1), die Einsicht haben, dass wir selbst etwas tun können (2) und dann noch das Richtige tun (3).


Alarm! (1)

Es gibt tatsächlich erste Alarmzeichen, die darauf hinweisen, dass aus einer kurzen eine längere Krise wird: Zum Beispiel wenn sich mein*e Partner*in immer mehr zurück zieht oder ich emotional sehr distanziert werde, mich nur noch in die Arbeit flüchte und Konflikte vielleicht sogar vollkommen vermeide und mich gar nicht mehr auf den anderen einlasse. Aber auch wenn ich immer nörgle oder mein* Partner*in mich oft auf verletzende Weise kritisiert.


Ich beginne (2) Wahrscheinlich ist es keine gute Idee, wenn ich warte, bis mein*e Partner*in den ersten Schritt tut. Wenn ich die Beziehung retten will, muss ich mir selbst überlegen, wie ich zur Verbesserung unseres Paarklimas beitragen kann. Auch wenn mir im ersten Moment vor allem einfällt, was mein*e Partner*in alles verändern müsste.


Es muss ja nicht alles schlimm sein (3)

Besonders in schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir weiterhin auch schöne Momente zu zweit erleben können. Ein Ausflug in die Natur oder ein Abend im Restaurant kann schon einen kleinen Unterschied machen. Es braucht Dinge, die den Trott durchbrechen. Das kann etwas noch so Kleines sein, vielleicht eine Flasche Wein oder das Lieblingsdessert meines*r Partner*in, das ich nach der Arbeit nachhause bringe. Noch schöner sind manchmal immaterielle Gesten: Wann habe ich meinem*r Partner*in das letzte Mal einen Kaffee ans Bett gebracht oder am Wochenende frische Gipfeli geholt, während er unter der Dusche stand? Auch wenn mir momentan vielleicht nicht danach ist, manchmal sind solche Gesten einfach eine Entscheidung. Irgendwo muss man beginnen, um den Teufelskreis zu durchbrechen. Und positives Verhalten regt positives Verhalten an. Es kann auch ermutigend sein, uns gemeinsam an frühere Zeiten zu erinnern, in denen wir in unserer Beziehung aufgeblüht sind. Vielleicht können wir die aktuellen Probleme etwas relativieren, wenn wir uns in einem grösseren Kontext sehen und daran anknüpfen, was wir schon alles zusammen erlebt und gemeistert haben. Manchmal ist es schön, dass wirklich aktiv zu tun. Zu zweit auf dem Sofa mit einem Glas Wein: Wie war es, als wir uns kennengelernt haben, unsere ersten Ferien, die erste gemeinsame Wohnung...? Diese Reise mit Fotos zu machen, kann helfen beim Positiven zu bleiben.


So wie du bist Ja, wir sind unterschiedlich. Das ist auch ein Grund, weshalb wir uns am Anfang voneinander angezogen gefühlt haben. Doch manchmal werden die Unterschiede nach einiger Zeit zu einer ständigen Quelle von Konflikten. Das muss aber nicht sein! Wenn ich den Wunsch aufgeben kann, den Anderen zu ändern, wird sich paradoxerweise viel mehr in unserer Beziehung verändern. Denn wenn sich mein*e Partner*in akzeptiert fühlt, wie er*sie ist, wird er auch offener sein, sich selbst zu verändern, ohne sich unterlegen oder unter Druck zu fühlen.


Reden lernen Wenn ich den Eindruck bekomme, dass wir es irgendwie nicht schaffen, persönlich und konstruktiv miteinander zu reden und ich mir eine bessere Kommunikationskultur wünsche, kann ein Training wie das Angebot von Paarlife sinnvoll sein. Ziel eines solchen Trainings ist, als Paar im Austausch unterstützt zu werden und Kompetenzen im Umgang mit Stress, Konflikten und Krisen aufzubauen. Die positiven Effekte eines solchen Trainings halten über viele Jahre an und können die Basis für eine stabile und glückliche Beziehung schaffen bzw. stärken. Wenn ich jedoch denke, dass wir uns in einer akuten und schweren Krise befinden, ist eine Paartherapie für uns sinnvoller als das Training. geschrieben von Noëmi Ruther

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