Stress verstehen: Warum er entsteht und was wirklich dahintersteckt
- Julienne Z. Wysling
- 4. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Aug.
Stress ist ein Phänomen unserer Zeit. Während früher vor allem Erwachsene darüber klagten, berichten heute bereits Kinder und Jugendliche von Stress. Gleichzeitig fühlen sich Menschen, die keinen Stress haben, manchmal fehl am Platz, als seien sie überflüssig. Doch dieser gesellschaftliche Umgang hat seinen Preis: Dauerhafter, sogenannter chronischer Stress ist ungesund. Er verursacht nicht nur enorme wirtschaftliche Kosten, sondern wirkt sich auch stark auf das persönliche Leben aus. Besonders im privaten Bereich zeigt sich seine negative Seite, etwa in Partnerschaften und Familien. Es überrascht daher nicht, dass Stress als einer der wichtigsten Faktoren für Beziehungsprobleme und ein erhöhtes Scheidungsrisiko gilt.
Doch wie entsteht Stress eigentlich?
Ob wir Stress empfinden, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: den Anforderungen, die an uns gestellt werden, und den Ressourcen, die uns zur Bewältigung zur Verfügung stehen. Sind Anforderungen und Ressourcen im Gleichgewicht, erleben wir keinen Stress. Übersteigen jedoch die Anforderungen unsere Möglichkeiten, entsteht Überforderungsstress, die Art von Stress, die viele kennen, wenn sie denken: „Wie soll ich das alles schaffen?“.
Es gibt aber auch die umgekehrte Form: den Unterforderungsstress. Dieser entsteht, wenn die Anforderungen zu gering sind und wir uns unterfordert fühlen. Typische Beispiele sind monotone Arbeit, Arbeitslosigkeit oder auch einschneidende Lebensveränderungen wie das Ausziehen der Kinder.
Entscheidend ist also nicht nur, wie viel von uns verlangt wird, sondern auch, woher diese Anforderungen kommen. Man unterscheidet zwischen inneren und äusseren Anforderungen. Innere Anforderungen sind unsere eigenen Ansprüche, Wünsche und Ziele. Äussere Anforderungen hingegen kommen von aussen, etwa durch Vorgesetzte, Familie oder gesellschaftliche Erwartungen. Häufig wirken beide gleichzeitig: Wenn man beispielsweise einen grossen Auftrag in kurzer Zeit erledigen muss (äussere Anforderung) und gleichzeitig den Anspruch hat, perfekt zu arbeiten (innere Anforderung), entsteht schnell Druck und natürlich Stress.
Den Anforderungen gegenüber stehen unsere Bewältigungsressourcen. Das sind alle Möglichkeiten, die uns helfen, mit einer Situation umzugehen. Diese können in uns selbst liegen, etwa in Form von guter Gesundheit, Selbstvertrauen, emotionaler Stabilität oder sozialen Fähigkeiten. Sie können aber auch von aussen kommen, beispielsweise durch Unterstützung von Freundinnen, Freunden oder Familie.
Je mehr solcher Ressourcen wir haben, desto widerstandsfähiger sind wir gegenüber Belastungen. Das erklärt auch, warum Menschen dieselbe Situation unterschiedlich erleben: Entscheidend ist nicht die Situation an sich, sondern wie wir sie wahrnehmen und bewerten. Diese Bewertung hängt stark von unserer Stimmung und Persönlichkeit ab. Ein einfaches Beispiel macht das deutlich: Es ist zwei Uhr nachts, und plötzlich klingelt das Telefon. Diese Situation kann ganz unterschiedlich interpretiert werden.
Wird sie als Bedrohung wahrgenommen, etwa, weil der Partner oder die Partnerin noch nicht zu Hause ist, entsteht Angst. Diese kann entweder aktivierend wirken oder blockieren. Wird die Situation als möglicher Verlust interpretiert, zum Beispiel als befürchteter Anruf aus dem Krankenhaus, entsteht Traurigkeit, die eher lähmend wirkt. Wenn man sich hingegen provoziert fühlt, etwa durch einen unpassenden Anruf von Bekannten mitten in der Nacht, reagiert man mit Ärger, der zu impulsivem Verhalten führen kann.
All diese Reaktionen stehen für sogenannten Distress, also belastenden Stress. Es gibt jedoch auch eine andere Seite: Wenn dieselbe Situation als Herausforderung erlebt wird, etwa durch einen unerwarteten, erfreulichen Anruf, kann Stress als positiv und belebend empfunden werden. Dieser sogenannte Eustress wirkt motivierend und gibt Energie.
Stress ist also nicht grundsätzlich negativ. Entscheidend ist, wie wir Anforderungen und unsere eigenen Ressourcen einschätzen und welche Bedeutung wir einer Situation geben.
Sämtliche Informationen dieses Blogposts basieren auf den Büchern und Angeboten von Prof. Dr. Guy Bodenmann. Der Text wurde mithilfe von KI erstellt.






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