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Probleme in der Partnerschaft gemeinsam lösen

In jeder Partnerschaft gibt es Situationen, die schwierig sind und nicht einfach von selbst verschwinden. Manchmal geht es um kleine Alltagskonflikte, manchmal um grössere Themen, die beide Partnerinnen und Partner belasten. Gerade dann ist es hilfreich, Probleme nicht nur anzusprechen, sondern sie gemeinsam und strukturiert anzugehen. Ein klarer Ablauf kann dabei helfen, nicht im Streit stecken zu bleiben, sondern Schritt für Schritt zu einer tragfähigen Lösung zu kommen.

 

1. Das Problem klar erkennen

Am Anfang steht immer die Frage: Worum geht es eigentlich genau? Oft ist ein Konflikt zunächst noch diffus, und beide Seiten sprechen über verschiedene Dinge gleichzeitig. Deshalb ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen, das Problem ruhig zu beschreiben und möglichst genau einzugrenzen. Nicht alles muss auf einmal gelöst werden. Je klarer das eigentliche Problem formuliert ist, desto grösser ist die Chance, dass man wirklich weiterkommt.

Dabei helfen die Gesprächsregeln aus der konstruktiven Kommunikation besonders gut. Eine Person spricht, die andere hört zu. So kann jede Seite erklären, warum das Problem wichtig ist, welche Gefühle es auslöst und weshalb eine Lösung gewünscht wird. Erst wenn beide einander wirklich verstehen, entsteht eine gute Basis für die gemeinsame Problemlösung. Respekt, Offenheit und Interesse sind dabei unverzichtbar, denn nur in einem guten Gesprächsklima kann auch Kritik oder eine andere Meinung Platz haben.

 

2. Ein gemeinsames Ziel formulieren

Sobald klar ist, worum es geht, braucht es ein gemeinsames Ziel. Wichtig ist, dass dieses Ziel positiv, realistisch und überprüfbar formuliert wird. Ein Ziel wie „Wir wollen uns nicht voneinander entfremden“ beschreibt zwar ein Bedürfnis, ist aber noch nicht konkret genug. Hilfreicher wäre zum Beispiel: „Wir möchten einmal pro Woche einen Abend zu zweit verbringen und etwas gemeinsam unternehmen.“ So weiss man später auch, woran man erkennen kann, ob die Lösung funktioniert.

Wenn sich beide auf ein Ziel geeinigt haben, sollte man es am besten schriftlich festhalten. Das macht es verbindlicher und schafft Klarheit. Ein geschriebenes Ziel hilft auch dann, wenn später Unsicherheiten auftauchen oder man sich wieder an die Ausgangslage erinnern möchte.

 

3. Gemeinsam nach Lösungen suchen

In der dritten Phase geht es darum, möglichst viele Lösungsideen zu sammeln. Hier ist Kreativität gefragt. Oft hilft es, bewusst über den eigenen gewohnten Denkrahmen hinauszugehen, die Perspektive zu wechseln und auch ungewöhnliche Ideen zuzulassen. Je mehr Vorschläge zusammenkommen, desto grösser ist die Chance, dass eine gute Lösung dabei ist.

Wichtig ist dabei, die Ideen zunächst noch nicht zu bewerten. Wenn man zu früh kritisiert oder sofort aussortiert, geht schnell Kreativität verloren. Dann traut sich oft niemand mehr, neue Gedanken einzubringen. Deshalb gilt hier: erst sammeln, dann beurteilen. Quantität ist zunächst wichtiger als Qualität. Beide Partnerinnen und Partner sollten gleich engagiert mitdenken, damit niemand den anderen dominiert. Nur wenn beide an der Lösung mitwirken, können sie sich später auch beide mit der Umsetzung identifizieren. Alle Ideen sollten am besten schriftlich festgehalten werden.

 

4. Die beste Lösung auswählen

Nachdem genügend Lösungsvorschläge gesammelt wurden, geht es darum, diese gemeinsam zu bewerten. Jeder Vorschlag wird kurz besprochen, und beide Seiten überlegen, welche Vor- und Nachteile er hat. Anschliessend kann jede Person den Vorschlag auf einer einfachen Skala einschätzen, von „gar nicht gut“ (--) bis „sehr gut“ (++). So wird sichtbar, welche Lösung für beide am ehesten tragfähig ist.

  • ++ = sehr gut, + = gut, 0 = neutral, − = eher schlecht, −− = gar nicht gut.

Danach werden die Bewertungen zusammen betrachtet. Der Vorschlag mit den meisten positiven und den wenigsten negativen Rückmeldungen wird noch einmal genauer geprüft. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Lösung wirklich die beste und praktikabelste ist. Falls mehrere Möglichkeiten ähnlich gut bewertet werden, können sie noch einmal miteinander verglichen werden. Ganz wichtig ist ausserdem, dass die Lösung zum zuvor formulierten Ziel passt und von beiden als fair erlebt wird. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man besser noch einmal einen Schritt zurückgehen. Nur eine als fair empfundene Lösung hat langfristig eine echte Chance.

 

5. Die Lösung planen und umsetzen

Eine gute Lösung bringt wenig, wenn sie im Alltag nicht konkret umgesetzt wird. Deshalb braucht es einen klaren Plan. Dabei sollte festgelegt werden, wer was macht, wann etwas gemacht wird, wo es stattfindet und ab wann die Umsetzung beginnen soll. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Hindernisse oder Störungen auftauchen könnten und wie man damit umgehen will.

Gerade dieser letzte Punkt wird oft unterschätzt. Selbst die beste Lösung kann scheitern, wenn man nicht vorher über mögliche Schwierigkeiten nachdenkt. Deshalb lohnt es sich, mögliche Stolpersteine schon vorab einzuplanen. Wenn die Lösung dann im Alltag umgesetzt wird, braucht sie eine echte Chance. Veränderungen brauchen Zeit, Energie und Geduld. Es hilft nicht, sich selbst oder den Partner oder die Partnerin durch vorschnelle Kritik zu entmutigen. Viel hilfreicher ist es, kleine Fortschritte zu sehen und gelungene Schritte zu loben. Das motiviert und unterstützt den Veränderungsprozess.

 

6. Den Erfolg gemeinsam überprüfen

Nach der Umsetzung sollte man sich bewusst Zeit nehmen, um zu schauen, wie gut die Lösung funktioniert hat. Dabei kann man gemeinsam besprechen, was gut geklappt hat und was noch verbessert werden könnte. Diese Rückschau ist wichtig, weil kaum eine Lösung von Anfang an perfekt ist. Beziehungen entwickeln sich, und auch Lösungen müssen manchmal angepasst werden.

Wichtig ist, dass dieser Überprüfungstermin direkt festgelegt wird, sobald die Umsetzung geplant ist. So geht er nicht vergessen und die Lösung bleibt Teil des gemeinsamen Prozesses. Wenn sich zeigt, dass die gewählte Lösung nicht funktioniert hat, ist das kein Scheitern. Dann beginnt man einfach wieder von vorne oder steigt bei Schritt zwei ein und formuliert das Ziel neu. Entscheidend ist nicht, alles beim ersten Mal perfekt zu lösen, sondern gemeinsam dran zu bleiben.

 

Gemeinsam statt gegeneinander

Problemlösen in der Partnerschaft funktioniert am besten, wenn beide Seiten sich als Team verstehen. Es geht nicht darum, eine Person zu überzeugen oder zu besiegen, sondern gemeinsam einen Weg zu finden, mit dem beide leben können. Ein strukturierter Ablauf hilft dabei, Konflikte weniger persönlich und dafür sachlicher anzugehen. So steigt die Chance, dass aus einem Problem nicht noch mehr Streit entsteht, sondern eine echte Lösung.




Sämtliche Informationen dieses Blogposts basieren auf den Büchern und Angeboten von Prof. Dr. Guy Bodenmann. Der Text wurde mithilfe von KI erstellt.

 
 
 

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