Demand-Withdraw-Verhalten in der Partnerschaft
- Julienne Z. Wysling
- 9. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
In Beziehungen gibt es viele unterschiedliche Arten, mit Konflikten umzugehen. Ein Muster, das in der Forschung immer wieder beschrieben wird, ist das sogenannte Demand-Withdraw-Verhalten. Dabei zeigt sich: Frauen und Männer streiten insgesamt oft ähnlich häufig und ähnlich intensiv. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass sich in vielen Paaren ein typisches Muster entwickelt, bei dem eine Person das Thema aktiv einbringt und die andere eher ausweicht.
Was Demand-Withdraw bedeutet
Das Wort „Demand“ bedeutet so viel wie fordern, ansprechen oder dranbleiben. In einer Beziehung steht es für eine Person, die ein Problem nicht ruhen lässt, sondern hartnäckig versucht, eine Klärung zu erreichen. Diese Person möchte das Thema besprechen, eine Lösung finden und darauf bestehen, dass der Konflikt nicht einfach unter den Teppich gekehrt wird.
„Withdraw“ bedeutet dagegen Rückzug, Ausweichen oder Verdrängen. Die Person, die sich so verhält, zieht sich aus dem Gespräch zurück, reagiert ausweichend oder bagatellisiert das Problem. Das Thema wird dadurch nicht aktiv gelöst, sondern eher gemieden. Oft wirkt das so, als wolle die Person keinen Streit, doch genau dieses Ausweichen kann dazu führen, dass die Spannung weiter bestehen bleibt.
Warum dieses Muster so häufig vorkommt
In vielen Studien zeigt sich, dass Frauen eher die Demand-Seite übernehmen und Männer eher die Withdraw-Seite. Das heisst nicht, dass es bei jedem Paar so ist oder dass dies etwas mit der sexuellen Orientierung oder der Beziehungsform zu tun hat. Es handelt sich eher um ein häufig beobachtetes Muster, nicht um eine starre Regel. Wichtig ist also: Nicht jede Frau fordert und nicht jeder Mann zieht sich zurück. Trotzdem ist dieses Muster in vielen Beziehungen sichtbar.
Oft steckt hinter diesem Verhalten kein böser Wille, sondern ein unterschiedlicher Umgang mit Belastung. Die eine Person möchte reden, klären und lösen, während die andere sich eher zurückzieht, um sich vor Überforderung, Streit oder unangenehmen Gefühlen zu schützen. Dadurch geraten beide aber in eine unglückliche Dynamik: Je mehr die eine Person drängt, desto mehr zieht sich die andere zurück. Und je mehr Rückzug es gibt, desto stärker wird oft der Druck von der anderen Seite.
Warum das problematisch ist
Das Demand-Withdraw-Muster ist deshalb so belastend, weil es die Beziehung schnell in eine einseitige Dynamik bringt. Die eine Person fühlt sich nicht gehört und muss immer mehr Druck machen, um überhaupt eine Reaktion zu bekommen. Die andere Person fühlt sich vielleicht überfordert, bedrängt oder eingeengt und zieht sich deshalb noch mehr zurück. So verstärken sich beide Seiten gegenseitig.
Mit der Zeit führt dieses Muster häufig zu weniger Zufriedenheit in der Beziehung. Denn ein Problem wird nicht wirklich gemeinsam bearbeitet. Stattdessen entsteht das Gefühl, dass einer immer kämpft und der andere immer ausweicht. Das kann auf Dauer sehr frustrierend sein, weil sich beide missverstanden und allein gelassen fühlen.
Was Paare daraus lernen können
Wichtig ist vor allem zu erkennen, dass weder hartnäckiges Nachfragen noch Rückzug allein eine gute Lösung sind. Beide Verhaltensweisen haben eine Funktion, aber zusammen führen sie oft in eine Sackgasse. Hilfreicher ist es, wenn Paare lernen, ihre unterschiedlichen Reaktionen bewusst wahrzunehmen und zu unterbrechen.
Die Person, die zum Dranbleiben neigt, kann versuchen, den Druck etwas zu reduzieren und dem anderen mehr Raum zu lassen. Die Person, die eher ausweicht, kann üben, sich nicht sofort zurückzuziehen, sondern ein Gespräch zumindest teilweise auszuhalten. Entscheidend ist, dass beide erkennen: Das Problem ist nicht, dass einer „zu viel“ und der andere „zu wenig“ will, sondern dass beide auf unterschiedliche Weise mit der Spannung umgehen.
Fazit
Demand-Withdraw ist ein häufiges Konfliktmuster in Partnerschaften. Es beschreibt einen Kreislauf, in dem eine Person ein Problem aktiv anspricht und hartnäckig dranbleibt, während die andere sich eher zurückzieht, bagatellisiert oder vermeidet. Dieses Muster kann in vielen Beziehungen auftreten und ist mit einer geringeren Partnerschaftszufriedenheit verbunden. Gerade deshalb lohnt es sich, es früh zu erkennen und gemeinsam daran zu arbeiten, dass Konflikte nicht in Druck und Rückzug enden, sondern in echter Verständigung.
Sämtliche Informationen dieses Blogposts basieren auf den Büchern und Angeboten von Prof. Dr. Guy Bodenmann. Der Text wurde mithilfe von KI erstellt.






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