Liebe Paare

 

Die Temperaturen steigen - die Sommerferien rücken in greifbare Nähe und damit auch Zeit und Musse, um die Partnerschaft zu pflegen.

Eine Möglichkeit dazu bieten unsere paarlife Trainings, in denen Sie theoretische Grundlagen zur Kommunikation in der Partnerschaft kennenlernen und darauf aufbauend in professionell begleiteten Paargesprächen Ihre Kommunikationsfähigkeiten innerhalb der Partnerschaft verbessern können. Die nächsten Trainings finden am 13.-14. Juni 2015 in Hamburg und am 19.-20. Juni 2015 in Zürich statt. Eine andere Möglichkeit stellen unsere Abendkurse dar, in denen Sie an drei Abenden Impulse und Übungsmöglichkeiten zur Stärkung Ihrer Partnerschaft bekommen. Die nächsten Kurse finden im September in Gossau und in Zürich statt. Für weitere Informationen, klicken Sie bitte hier.

Als Ergänzung oder auch Alternative dazu finden Sie in den Büchern von Guy Bodenmann sowie auf der paarlife-DVD Informationen und Anregungen zur Pflege Ihrer Partnerschaft, insbesondere auch in Bezug auf den Umgang mit Stress. Aktuell können wir Ihnen diesbezüglich zwei Spezialangebote anbieten:

-          Buch "Was Paare stark macht" + paarlife-DVD für 75 CHF

-          Buch "Stark gegen Stress" + paarlife-DVD für 75 CHF.

 

Auch diesem Newsletter liegt ein Paarbrief bei. Dieses Mal widmet sich der Paarbrief dem Thema Übergang zur Elternschaft. Der Übergang zur Elternschaft ist für werdende Mütter und Väter eine grosse Umstellung und auch die Partnerschaft verändert sich durch die Geburt eines Kindes stark. Der aktuelle Paarbrief stellt einige Punkte vor, die für die Paarbeziehung im Übergang zur Elternschaft wichtig sein können.

Auf unserer Homepage finden Sie alle bisherigen Paarbriefe zum Nachlesen (hier). Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass unsere Homepage von Grund auf überarbeitet wurde und nun in neuem Design erscheint. Sie finden darauf alle aktuellen Angebote, alle Termine zu den Kursen sowie Anregungen zur Pflege Ihrer Partnerschaft (z.B. die Paartipps oder auch Handouts vergangener Referate als pdf zum Download).

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen wunderschönen Sommer mit viel gemeinsamer Zeit, guten Gesprächen und gemeinsamen Erlebnissen!

 

Ihr paarlife-Team

 

paarlife
Lehrstuhl für Klinische Psychologie
mit Schwerpunkt Kinder/Jugendliche und Paare/Familien
Universität Zürich
Binzmühlestrasse 14/23
8050 Zürich

www.paarlife.ch

 

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Studienaufruf an werdende Eltern

Das psychologischen Institut der Universität Zürich sowie das Institut für Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Nordwestschweiz führen die Studie "Paare werden Eltern" durch. Ziel ist es herauszufinden, wie die Paarkompetenzen von werdenden Eltern soweit gestärkt werden können, dass die Zufriedenheit in der Partnerschaft auf einem stabilen Niveau gehalten oder sogar verbessert werden kann.

Die StudienleiterInnen suchen hierzu deutschsprachige Paare, die zum ersten Mal Eltern werden. Interessenten können sich bis zur 27. Schwangerschaftswoche auf der Internetplattform www.paarewerdeneltern.ch melden.

 

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Paarbrief: Übergang zur Elternschaft

Viele Eltern erleben die Geburt des eigenen Kindes als ein Ereignis der Freude, des Stolzes und als Vollendung der Partnerschaft. Andererseits berichten viele junge Eltern grosse Belastungen im Zusammenhang mit der Elternschaft: Neugeborene beanspruchen viel Zeit, Aufmerksamkeit und Energie. Mehr als 60% der Paare geben an, dass sich ihre Partnerschaft durch die Geburt eines Kindes sehr verändert habe. Es stellt sich folglich die Frage, welche Faktoren die Partnerschaft im Übergang zur Elternschaft beeinflussen und was für einen gelungenen Übergang gemacht werden kann.

Erwartungen und Vorstellungen klären

Eltern zu werden bedeutet mit einer völlig neuartigen Situation konfrontiert zu werden. Es kommen neue Aufgaben, neue Zeitabläufe und neue Herausforderungen auf einen zu. Dabei haben beide Partner gewisse Vorstellungen und Erwartungen in Bezug auf die neue Situation - an sich selbst, aber auch an ihren Partner/ihre Partnerin. So erwartet man vielleicht von sich selber, dass man ein besonders geduldiger und feinfühliger Elternteil wird. Oder man erwartet vom Partner/von der Partnerin, dass er/sie seine Zeit mit Freunden zugunsten der neu entstandenen Familie kürzen wird.

Solche Erwartungen haben einen Einfluss auf das eigene Denken, Handeln und Fühlen. Unerfüllte Erwartungen führen oft zu negativen Reaktionen und Gefühlen wie Enttäuschung, Trauer, Angst oder Wut. Wenn Eltern zum Beispiel die Vorstellung haben, dass sie nur dann gute Eltern sind, wenn ihr Kind kaum weint, reagieren sie vermutlich entnervt, ohnmächtig oder gestresst, wenn ihr Kind lange weint. Haben sie hingegen die Vorstellung, dass ein Kind durch Schreien seine Bedürfnisse mitzuteilen versucht, reagieren sie vermutlich entspannter und gelassener auf das Schreien und versuchen ihr Kind mit unterschiedlichen Angeboten zufriedenzustellen.

Für die Rolle als Elternteil, jedoch auch für die Partnerschaft ist es wichtig, dass jeder werdende Elternteil sich seiner eigenen Erwartungen und Zukunftsvorstellungen bewusst wird: "Wie möchte ich als Mutter/Vater sein?", "Wie stelle ich mir unsere Partnerschaft nach der Geburt vor?", "Was ist mir für meine Freizeitgestaltung besonders wichtig?" usw. Tauschen Sie sich anschliessend auch mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin über Ihre Erwartungen und Vorstellungen aus. Nur so können die Erwartungen des Anderen besser verstanden und mögliche Widersprüche oder Unterschiede geklärt werden. Dieser Austausch bringt einem dem Partner/der Partnerin näher und bildet die Basis für die gegenseitige Unterstützung und eine gemeinsame Weiterentwicklung.

 

Unterstützung

Dadurch dass man sich in einer Partnerschaft gegenseitig unterstützt wird die Partnerschaft zu einem Ort, an dem man sich aufgehoben und wertgeschätzt fühlt und zu einer Quelle neuer Energie. Insbesondere für Eltern ist die gegenseitige Unterstützung besonders wichtig. So erleben Eltern, welche sich mehr unterstützen, nicht nur die Partnerschaft, sondern auch das Elternsein positiver.

Es können zwei verschiedene Formen von Unterstützung unterschieden werden: Einerseits die gefühlsbezogene Unterstützung und andererseits die problembezogene Unterstützung.

Gefühlsbezogene Unterstützung bedeutet z.B. Verständnis für die Sorgen und Nöte des Partners/der Partnerin zu zeigen oder ihm/ihr gegenüber Wertschätzung zu zeigen (z.B. "Du bist ein sehr guter Vater"). Auch Mut machen ("Ich glaube fest an dich, du schaffst das!") und Solidarisierung mit dem Partner ("In dieser Situation würde es mir genau so gehen wie dir") sind Formen der gefühlsbezogenen Unterstützung.

Problembezogene Unterstützung hingegen bedeutet, konkrete Hilfeleistungen anzubieten ("Ich kann unsere Tochter heute in die Krippe bringen") oder gemeinsam eine Lösung für ein Problem zu suchen.

Für die Partnerschaft ist die gefühlsbezogene Unterstützung besonders wichtig. Denn diese Form der Unterstützung schafft Nähe und Verbundenheit zwischen den Partnern. Gerade bei werdenden oder jungen Eltern kann es jedoch sein, dass für eine gewisse Zeit auch die sachbezogene Unterstützung sehr positiv erlebt wird. Welche Unterstützung in anspruchsvollen Situationen als hilfreich empfunden wird, kann sich aber im Laufe der Zeit ändern. Deswegen ist es wichtig, dem Partner/der Partnerin immer wieder Rückmeldung zu geben, welche Form der Unterstützung gut getan hat.

 

Zeit

Ein kleines Kind erfordert viel Aufmerksamkeit, Zeit und Nähe. Daraus folgt, dass viele (Freizeit-)Aktivitäten und Gewohnheiten, welche vor der Geburt üblich waren, nicht oder nur noch selten ausgeführt werden können. Viele Eltern beklagen, dass sie keine Zeit mehr finden, für das, was ihnen früher wichtig war. Auch die Zeit als Paar wird kürzer und seltener. Doch gemeinsam verbrachte Zeit ist die Grundvoraussetzung für Zufriedenheit in der  Partnerschaft. Sich emotional zu öffnen gelingt nicht zwischen Tür und Angel, sondern braucht Zeit und Musse. Fehlen gemeinsame Zeit und  Gespräche zu zweit, werden sich die Partner immer fremder. Einerseits fehlen verbindende Erlebnisse und andererseits wissen die Partner nicht mehr, was den anderen bewegt.

Deshalb ist es gerade im Übergang zur Elternschaft wichtig, dass Sie sich trotz aller neuen Herausforderungen und Belastungen im Alltag immer wieder Inseln an gemeinsamer Zeit schaffen. Vereinbaren Sie Zeitfenster, an denen Sie exklusiv als Paar Zeit füreinander haben. Dabei müssen Sie nicht jedes Mal etwas Grossartiges und Spezielles unternehmen - wichtig ist, dass Sie sich beide wohl fühlen, es geniessen können und es nur um Sie als Paar geht. Nutzen Sie diese Zeit auch um sich über das auszutauschen, was Sie bewegt, was Sie erfreut und auch über das, was Sie sich wünschen würden. Dies sind die Momente, die Nähe und Verbundenheit erzeugen und Sie als Paar und junge Eltern stark machen.

 

Weitere Informationen unter: www.paarlife.ch

Wir hoffen, dass die eine oder andere Anregung für Sie nützlich ist und wünschen Ihnen eine schöne Zeit zu zweit.

Ihr paarlife-Team