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Paarlife feiert 20 jähriges Jubiläum!

Im Jahr 1996 entwickelte Prof. Dr. Guy Bodenmann paarlife – es ist also letztes Jahr 20 Jahre alt geworden!

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Jeden Monat gab es daher einen Paarbrief und besondere Angebote und Rabattaktionen. Durch Interviews wollten wir Ihnen die Gelegenheit bieten die Fachpersonen von paarlife von einer persönlichen Seite kennenzulernen. Die Interviewten haben auch jedes Mal einen ganz persönlichen Tipp zur Pflege der Partnerschaft mitgegeben.

 

 

Januar: Interview Birgit Kollmeyer, Leiterin paarlife

Interview mit Birgit Kollmeyer, der Leiterin von paarlife

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Frau Kollmeyer, was macht Ihnen bei paarlife am meisten Freude?

B.K.: Die Teamarbeit! Am Lehrstuhl sind sehr engagierte MitarbeiterInnen und StudentInnen, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite. Und auch der Kontakt mit den TrainerInnen ist immer wieder sehr erfeulich – manche sind schon von Anfang an dabei und geben die Trainings immer noch gerne.

Wo sehen Sie paarlife in 10 Jahren?

B.K.: Ich habe den Eindruck, dass mit Partnerschaftsthemen jetzt schon offener umgegangen wird als vor zehn Jahren, dass es kein Tabu mehr ist. Der Trend hält sicherlich an und es wird selbstverständlicher sein, dass man eine Partnerschaft pflegen muss. „Warst du auch schon einmal an so einem paarlife-Training?“, wird also keine aussergewöhnliche Frage unter Freunden sein. ;o)

Was hat sich durch die Arbeit mit paarlife in Ihrer eigenen Partnerschaft geändert?

B.K.: Mir ist bewusst geworden, dass wir uns über viele Jahre, als die Kinder kleiner waren, zu wenig Zeit für uns zwei genommen haben. Das machen andere Paare besser – und wir holen es jetzt nach.

Was ist das Spannendste an der Arbeit mit Paaren?

B.K.: Mitzuerleben, wie unterschiedlich Partnerschaft gelebt wird. Und Paare in ihrer Entwicklung zu begleiten.

Was ist Ihr ganz persönlicher Tipp zur Pflege der Partnerschaft?

B.K.: Ich möchte Paaren, die – vielleicht aus beruflichen Gründen – wenig Zeit füreinander haben, empfehlen einen regelmässigen Paarabend einzurichten und diesen Termin genauso wichtig zu nehmen wie andere Termine auch. Ideal ist wöchentlich, aber zweiwöchentlich reicht auch erst einmal. Bis man gemerkt hat, was so ein Abend (oder Morgen oder Nachmittag) bewirkt, nämlich Vorfreude, besseres Durchhalten in angespannten Phasen und emotionale Nähe - wenn man sich in dieser Paarzeit über das, was einen bewegt, austauscht.
Bei uns ist es unser wöchentlicher Saunaabend, der jetzt im Winter natürlich besonders gut tut. An diesem Abend gibt es Momente des Austauschs; aber wir geniessen es auch ohne zu reden gemeinsam in der Wärme zu liegen.

Rabattaktion

In diesem Monat bieten wir Ihnen 20% Rabatt auf das Buch "Was Paare stark macht" mit dem Code aus dem Paarbrief.

Februar: Dem Partner eine Freude machen

Wie kann ich meinem Partner/meiner Partnerin eine Freude machen?

Der Valentinstag steht vor der Türe und die Frage, was man seinem/seiner Liebsten schenken kann, beschäftigt so manche. Neben der grossen Vielfalt an materiellen Geschenken wie beispielsweise Schokolade oder Rosen - der klassischen Variante - geht schnell vergessen, dass Freude machen respektive etwas schenken nicht unbedingt einer materiellen Sache bedarf.

Der Valentinstag bietet eine gute Möglichkeit darüber nachzudenken, was man am Partner/an der Partnerin besonders schätzt, wofür man gerne ein Lob aussprechen möchte oder was einem besonders gut an ihm/ihr gefällt, jedoch in der Hektik des Alltags oder bei längerer Beziehungsdauer in letzter Zeit nie gesagt wurde.

Kleine soziale Handlungen wie die Nachfrage, wie es geht, ein Lächeln, Blickkontakt, Anerkennung und Interesse braucht jeder Mensch und bestimmen die Atmosphäre in der Partnerschaft – natürlich nicht nur am Valentinstag. Versuchen Sie dies in Ihrem Paaralltag zu pflegen.

Auch bewusst gemeinsam Zeit verbringen, etwas zusammen unternehmen, oder mit einem Ausflug überraschen wird Ihren Partner/Ihre Partnerin einerseits freuen und andererseits durch die positive Erfahrung die Partnerschaft stärken. Auch Tanzen gehen, eine Massage anbieten oder gemeinsam in die Berge gehen können lustvolle gemeinsame Aktivitäten sein, die Freude bereiten – wenn Sie den Bedürfnissen des Partners/der Partnerin entsprechen.

Gerade in einer langjährigen Partnerschaft können sich die Bedürfnisse verändern, sowohl Ihre als auch jene Ihres Partners/Ihrer Partnerin. Deshalb ist es wünschenswert, Geschenke als auch liebevolle Gesten diesen veränderten Bedürfnissen anzupassen. Gibt es beispielsweise etwas was sich Ihr Partner/Ihre Partnerin in letzter Zeit wünscht? Gibt es Themen, bei denen er/sie besonders ambitioniert ist? Regen Sie, wenn möglich, einen Austausch darüber an oder schenken Sie etwas, was zu diesem Thema passt.

Es muss nicht immer die teuerste Variante eines Geschenks sein. Es soll etwas sein, womit anschliessend angenehme Erfahrungen verbunden werden, wodurch eine positive Erinnerung bleibt. Wichtig ist auch Abwechslung, denn immer dieselben Unternehmungen oder Geschenke können auf Dauer langweilig werden und erzielen auch nicht den gewünschten positiven Effekt.

Nehmen Sie den Valentinstag zum Anlass sich immer wieder einmal zu überlegen, was Ihrem Partner/Ihrer Partnerin Freude macht - von materiellen Dingen über soziale Gesten bis hin zu gemeinsamen Aktivitäten – und Ihren Paaralltag verschönert – das ganze Jahr über.

Rabattaktion

In diesem Monat verlosen wir 20 Broschüren "Glücklich zu zweit trotz Alltagsstress". 

März: Interview Margareta Hofmann, langjährige Trainerin

Interview mit Margareta Hofmann, paarlife-Trainerin der „ersten Generation“

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Frau Hofmann, was ist Ihre Rolle bei paarlife?

M.H.: Studienbegleiterin, Trainerin sein, Vorträge geben, Hospitantinnen ermutigen, Ideen einbringen.

Sie sind von Anfang an bei paarlife dabei. Was hat Sie so lange "bei der Stange gehalten"?

M.H.: Als Ich selber: Das Training in der Testphase mit meinem Mann absolviert. Nachhaltige Veränderungen unserer ständigen Konfliktpunkte erlebt. Neue gegenseitige Verständnisse gewonnen.
Als Trainerin/Referentin: Paare erleben, Dynamiken erspüren, negative Muster durchbrechen, Nähe entstehen lassen, Gefühle ergründen, Freude an Entwicklung, Faszination Paarleben.

Was macht für Sie eine gute Kommunikation in der Partnerschaft aus?

M.H.: Ausreden lassen. Nicht schon wissen, was der Andere sagen will. Neugierig sein. Aha-Erlebnisse als würzige Zutaten.

Wie hält man die Leidenschaft in einer Beziehung aufrecht?

M.H.: Überraschungen ausdenken.  Spannung erzeugen. Zusammen lachen. Langeweile & Monotonie gibt’s gratis.

Hätten Sie einen persönlichen Tipp zur Pflege der Partnerschaft für uns?

M.H.: „Verführen Sie ihren Partner.“ Entführen Sie ihn in andere Welten, raus aus dem Alltagstrott: Ans Seeufer an die frische Luft, zum Lachen um die Ecke, zum erotischen Menü in der Küche, zum neuen Gesprächsthema am Küchentisch. „Parfümieren Sie das Ganze mit Ihrer persönlichen Note, damit er realisiert, wie einmalig Sie sind!!!“

Rabattaktion Trainings

Folgende Trainings können mit einem Rabatt von 10% gebucht werden, wenn Sie den Rabattcode aus dem Paarbrief bei der Buchung eingeben:

12.05.2016 - 15.05.2016 paarlife Kurs und Achtsamkeit, Schluchsee

20.05.2016 - 17.06.2016 paarlife-Training, Sargans

27.05.2016 - 28.05.2016 paarlife-Training, Zürich

09.09.2016 - 10.09.2016 paarlife-Training, Sargans

08.10.2016 - 09.10.2016 paarlife-Training, Zürich

14.10.2016 - 15.10.2016 paarlife-Training, Bern

28.10.2016 - 29.10.2016 paarlife-Training, Sargans

04.11.2016 - 05.11.2016 paarlife-Training im Schloss Hünigen

April: Den Alltag geniessen

Die Sonne scheint wieder länger, alles beginnt zu blühen, der Frühling ist da! Die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren und den Frühling bewusst zu erleben, ist eine Wohltat für Körper und Seele.

Jeder Genussmoment ist eine Mini-Auszeit von akuten Belastungen und somit ein ideales Gegengewicht gegen Stress. Solche Augenblicke können mal allein, mal mit dem Partner/ der Partnerin genossen werden.

Wir können über alle fünf Sinneskanäle geniessen und dadurch Glücksgefühle erleben. Sich die Zeit zu nehmen und mit dem Partner gemeinsam verschiedene Sinneserfahrungen zu machen, stärkt die Partnerschaft und ist auch eine gute Basis für die Sexualität. Denn Genuss kann nicht erst im Schlafzimmer beginnen.

Taktile Wahrnehmungen wie Berührungen und Zärtlichkeiten mit dem Partner/ der Partnerin sind eine wichtige Quelle für Glücksempfinden. Eine Umarmung, ein kleines Streicheln, ein liebevoller Kuss halten den körperlichen Kontakt zueinander und tun gut.

Gustatorische Wahrnehmungen - Essen und Trinken – sind eine beliebte Form des Genusses. Sich die Zeit nehmen und gemeinsam mit dem Partner einen guten Wein zu trinken und sich bewusst auf das aromatische Erlebnis einzulassen oder ein herrliches Essen gemeinsam zu geniessen kann eine freudige Alltagsaktivität sein.

Freude und Genuss können auch durch ganz kleine Dinge erlebt werden: Musik, Klänge oder Stimmen können das Herz erfreuen, stärken, trösten oder uns zur Ruhe kommen lassen. Auditive Wahrnehmungen wie auch das Zwitschern der Vögel oder das Zirpen einer Grille können wohltuend sein.

Genuss durch visuelle Wahrnehmung kann beispielsweise durch Freude an einem Gemälde oder bei einer gemeinsamen Wanderung durch Betrachtung der Landschaft erlebt werden. Sich gemeinsam auf eine Bank zu setzen und die Schönheit der Natur zu geniessen, lässt uns auftanken und schafft eine positive Stimmung in der Partnerschaft.

Als besonders genussvoll können olfaktorische Wahrnehmungen, also Gerüche und Düfte, erlebt werden. Bei einem Frühlingsspaziergang Gerüche verschiedener Pflanzen auf sich einwirken zu lassen kann intensiven Genuss bereiten. Bestimmte Gerüche sind mit Erlebnissen mit dem Partner/ der Partnerin verbunden und können eine gemeinsame Erinnerung darstellen.

Genussmomente sind ein Geschenk, sie fallen Ihnen einfach zu. Sie brauchen nur noch zu bemerken, dass sich ein solcher Augenblick präsentiert, und ihn voll auszukosten.

Dieser Text ist angelehnt an ein Kapitel aus dem Buch „Stark gegen Stress“ von Christine Klingler Lüthi und Guy Bodenmann.

Monatsaktion

Diesen Monat verlosen wir das Buch "Stark gegen Stress".

Mai: Interview Kathrin Widmer, Leiterin Paartherapie

Interviewfragen an Frau Dr. Kathrin Widmer, Leiterin Paarberatung und -therapie

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Was sind die häufigsten Anlässe, warum Paare zu Ihnen in die Paartherapie kommen?

K.W.: Die häufigsten Anlässe sind Kommunikationsschwierigkeiten, Missverständnisse und Streit über diverse Themen, wie beispielsweise unterschiedliche Bedürfnisse oder Kindererziehung, oder Finanzen. Oft ist auch eine Aussenbeziehung oder Entfremdung Anlass für eine Paartherapie.

Sind es eher ältere Paare oder auch jüngere, die Paartherapie in Anspruch nehmen?

K.W.: Im Durchschnitt kommen Paare im Alter zwischen 40 und 50 Jahren am häufigsten in eine Paartherapie.

Wann ist Paartherapie angebracht und wann reicht ein Präventionskurs aus?

K.W.: Wenn Gespräche über unterschiedliche Bedürfnisse oder Themen eskalativ verlaufen, reicht ein Präventionskurs nicht mehr aus. Auch bei Vorliegen einer Aussenbeziehung oder Entfremdung genügt ein Präventionskurs nicht, um die erlebten Verletzungen mit dem Paar aufzuarbeiten.

Was macht für Sie eine gute Beziehung aus?

K.W.: Eine gute Beziehung ist für mich wie ein Schatz, zu dem im besten Fall beide Partner Sorge tragen: in ihrer Haltung und im Verhalten zueinander. Im Wissen um das Geschenk, jemanden zu lieben, und ebenso geliebt zu werden. Und so auch mit all‘ seinen Stärken und Schwächen angenommen zu sein.

Mir ist wichtig, dass sich in einer Beziehung beide Partner als eigenständige Persönlichkeiten achten. Aus dieser Haltung heraus ist Wertschätzung und Respekt einander gegenüber eine natürliche Konsequenz im Verhalten.

Ich möchte nur in einer Partnerschaft mit einem hohen Commitment füreinander und die Partnerschaft leben. In einer solchen Partnerschaft sind schöne Momente intensiv und einzigartig, und auch in schwierigen Lebenssituationen können sich beide Partner vorbehaltlos aufeinander verlassen.

Für mich ist auch Kreativität wie Salz und Pfeffer in einer Partnerschaft: mir wird es langweilig in einer immer gleich ablaufenden Routine. Abwechslung, neue Orte, neue Inhalte oder Projekte beflügeln mich und machen für mich eine Beziehung reich, lebendig und spannend.

Worauf achten Sie in Ihrer eigenen Partnerschaft? Könnte dies Ihr persönlicher „Paartipp“ sein?

K.W.: Ich versuche eine Haltung zu leben, meinen Partner immer von neuem kennenlernen zu wollen, und nicht von bereits Erlebtem davon auszugehen, dass ich bereits weiss, was im andern vorgeht. Mir ist Kreativität und Geniessen ebenso wie auch emotionale Unterstützung sehr wichtig: das Leben ist kurz und kostbar, und ich möchte, dass es meinem Partner mit mir „gutgeht“. Im besten Fall ist diese Haltung reziprok, wobei ich nicht erwarte, dass alleine mein Partner für mein Glück verantwortlich ist. Das bin ich schon selber, ebenso in meiner Sinnsuche. Ich kann aber immer von neuem mit Positivität beginnen - werden diese Momente erwidert, sind es für mich grosse Glücksmomente.

Monatsaktion

Diesen Monat verlosen wir das Buch "Beziehungskrisen".

Juni: So halten Sie Ihr Liebesleben in Schwung

Die körperliche Liebe ist für die meisten Paare ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft, denn sie stellt eine besondere Art der Begegnung, Intimität und Zweisamkeit dar. Ein befriedigendes Sexualleben gehört für viele zu einer erfüllenden Beziehung dazu. Auch Studien haben gezeigt, dass eine hohe Partnerschaftszufriedenheit mit einer hohen Zufriedenheit im Bereich der Sexualität einhergeht. Ob der gute Sex der Grund für die gute Beziehung ist oder umgekehrt, sei dahingestellt.

Austausch über Wünsche und Bedürfnisse

Finden Sie heraus, was für Sie „guter Sex“ für Sie eigentlich bedeutet und tauschen Sie dies mit Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin aus. Sprechen Sie darüber, was Ihnen gefällt und was Sie sich wünschen und fragen Sie ebenso nach den Wünschen Ihres Partners/ Ihrer Partnerin. Es braucht etwas Mut, vor allem wenn man dies über Jahre nicht gewohnt war. Lassen Sie sich dabei nicht zu sehr von gesellschaftlichen Einflüssen und den Medien leiten. Denn nur Sie können entscheiden, welchen Stellenwert Sie dem Sex in Ihrer Beziehung geben wollen. Essentiell ist dabei, dass Sie sich als Paar einigen, so dass es für beide stimmt.

Stolpersteine des Alltags

Es besteht kein Grund zur Sorge, wenn sich die Bedeutung, die Sie beide dem Sex geben, phasenweise abnimmt. Allgemeine Lebensumstände, die eigene Befindlichkeit, Stress durch Beruf oder Kinder – all diese Erfahrungen wirken sich auf das Sexualleben eines Paares aus und können eine lustdämpfende Wirkung haben. Lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, sondern versuchen Sie sich gegenseitig bei Belastungen und Stress zu unterstützen.

Auch Beziehungsstress durch Konflikte kann die Lust an der Lust nehmen. Kehren Sie Probleme nicht unter den Teppich, sondern versuchen Sie einen Weg zu finden, Konflikte und Probleme gemeinsam und fair zu lösen. Indem Sie sich um einen liebevollen Umgang miteinander bemühen, schaffen einen guten Nährboden für eine erfüllende Sexualität.

Fehlende Spannung

Was die meisten Paare kennen: Nach jahrelanger Beziehung fehlt das Prickeln, die Spannung und das Neue und die Sexualität gerät ungewollt ins Hintertreffen. Was kann man dagegen tun? Es gibt ein paar Punkte, auf die Sie achten können.

Die Sexualität pflegen

Sexualität muss, wenn sie einem Paar wichtig ist, gepflegt werden und braucht aktive Bemühungen, um sie zu erhalten. Entscheiden Sie sich bewusst dafür, der Sexualität in der Beziehung einen Platz zu geben.

Regelmässige Zeit zu zweit, in der man Zärtlichkeit und Intimität geniesst, gibt dem Begehren die Chance sich zu entwickeln. Dies ist vor allem für langjährige Paare nützlich, die sich nicht darauf verlassen sollten, dass sie spontan Lust auf Sex haben, so wie es zu Beginn der Partnerschaft einmal war.

Die Atmosphäre, die man sich schafft, kann viel zu Entspannung und Lust beitragen. Gestalten Sie sich Ihr Schlafzimmer bewusst, räumen Sie Bügelwäsche und Bürokram weg und überlegen Sie, wo es sonst noch reizvoll für Sie sein könnte.

Für Abwechslung sorgen

Versuchen Sie als Paar, sich immer wieder neu zu entdecken und Wünsche und Träume bezüglich Ihrer Sexualität umzusetzen. Gehen Sie, soweit es Ihnen möglich ist, auf die Wünsche Ihres Partners/Ihrer Partnerin ein, probieren Sie Neues aus, aber achten Sie auch darauf, wenn Sie etwas gar nicht wollen, und teilen Sie dies mit. Nur so können Sie zusammen geniessen und ihre Sexualität gemeinsam weiterentwickeln.

Erwartungsdruck vermeiden

Wichtig ist, dass kein Druck durch Erwartungen entsteht, sondern dass es um den Genuss der körperlichen Begegnung geht – soweit wie es beide wollen. Gerade bei Frauen entstehen schnell Blockaden, wenn sie nicht sicher sind, dass sie jederzeit noch Stopp sagen können. Sie lassen sich dadurch oftmals gar nicht auf körperliche Begegnungen ein – aus Sorge ihren Partner mit der entstandenen Erregung allein zu lassen, wenn sie an einem bestimmten Punkt nicht weiter möchten. Dadurch nimmt sich das Paar die Möglichkeit, dass „der Appetit auch beim Essen kommen kann“.

Freiheit lassen

Bemerkenswert ist eine Idee von einem Paar, das seit 36 Jahren verheiratet und mit seinem Sexualleben sehr zufrieden ist: Die beiden äussern, wenn sie zusammen in der Badewanne sind, ihre sexuellen Wünsche - ohne dass der andere direkt darauf antwortet. Es geht nur darum, die Bedürfnisse wahrzunehmen. Später hat dann der andere die Wahl, ob er den Wunsch aufgreifen und darauf eingehen möchte.

Die Freiheit Wünsche äussern und die Freiheit darauf eingehen zu dürfen oder auch nicht scheint hierbei entscheidend zu sein. Vielleicht lohnt es sich, dies einmal auszuprobieren – in der Badewanne oder anderswo.

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In diesem Monat verlosen wir das Buch "Was Paare stark macht" von Prof. Bodenmann.

Juli: Interview mit Rebekka Kuhn, Forschung

2015_kuhnFrau Kuhn, welche Befunde in der Paarforschung finden Sie besonders spannend?

Ich finde es faszinierend, was die Forschung manchmal an Zukunftsprognosen aufstellen kann. Zum Beispiel hat der Paarforscher John Gottman aufgrund verschiedener Kommunikationsmuster zu grossen Teilen richtig vorhersagen können, welche Paare sich mit einer grösseren Wahrscheinlichkeit trennen werden. Die Forschung zeigt ebenfalls auf, welche schwerwiegenden Folgen eine unglückliche Beziehung haben kann. So sterben Partner in unglücklichen Beziehungen früher und sind deutlich anfälliger für psychische sowie körperliche Störungen. Es konnte sogar gezeigt werden, dass diese Beziehungen ein grösseres Gesundheitsrisiko darstellen als Rauchen oder ungenügende Bewegung.

Ist das nicht frustrierend?

Die Ergebnisse sind tatsächlich schockierend, aber zeigen doch auch auf, wie wichtig es ist, die Kompetenzen einer Partnerschaft zu stärken und der Beziehung stets Sorge zu tragen. Es macht weiterhin auch deutlich, dass man nicht erst zur Paartherapie gehen sollte, wenn es schon zu spät ist.

Was kann die Forschung denn tun, um Paaren zu helfen?

Das Ziel der Forschung ist es nicht nur, die Zutaten für eine gute Partnerschaft zu entschlüsseln sondern auch darauf zu schauen, welche Kompetenzen gezielt noch in Trainings oder Therapie gefördert werden könnten. So untersucht unsere aktuelle Paarstudie unter anderem Mitgefühl im Zusammenhang mit gegenseitiger Unterstützung im Paargespräch: Kann Mitgefühl durch eine gezielte Gesprächstechnik gefördert werden? Ist es dadurch möglich sich noch besser zu unterstützen?

Versuchen Sie in Ihrer eigenen Beziehung manchmal auch Befunde aus der Paarforschung anzuwenden?

Gelegentlich erwische ich mich schon, wie ich auch im Bezug auf meine eigene Beziehung an Forschungsergebnisse denken muss, und andererseits möchte ich meinen Partner nicht belehren. Ich nehme die Erkenntnisse aus der Forschung zum Anlass diese Dinge selbst zu reflektieren und auch manchmal mit meinem Partner zu diskutieren.

Was ist Ihr persönlicher Paartipp – angelehnt an die Paarforschung?

Kommunikation bleibt das A und O einer Beziehung, was vielen vermutlich auch schnell selbst in den Sinn kommt. Aber es geht noch einfacher: eine Umarmung. Nehmen Sie sich doch einfach mal ein paar Minuten Zeit, um Ihren Partner fest zu drücken – Studien zeigen, dass selbst eine einfache Berührung gesunder und glücklicher machen kann.

Monatsaktion

In diesem Monat verlosen wir das Buch "Bevor der Stress uns scheidet" von Prof. Bodenmann.

August: Partnerschaftspflege durch Gespräche zu zweit

Ein wichtiges Mittel für eine längerfristig zufriedene und stabile Partnerschaft sind persönliche Gespräche zu zweit. Der gegenseitige Austausch über Gedanken und Gefühle sind das Lebenselixier für eine gut funktionierende Partnerschaft – sie schaffen Nähe, ein Gefühl der Verbundenheit und des gegenseitigen Verständnisses.

Persönlicher Austausch über schwierige Situationen

In unseren Studien beobachten wir, dass viele Paare zwar über belastende Situationen sprechen, dabei jedoch hauptsächlich erzählen, was passiert ist, nicht jedoch, wie es ihnen dabei ergangen ist. Gehen Sie einen Schritt weiter und sprechen Sie darüber, was die Situation in Ihnen ausgelöst hat: Was genau war belastend für mich? Wie habe ich mich dabei gefühlt? Denn nur durch das Sprechen über Gefühle und Gedanken kann echte Nähe entstehen.
Teilen Sie Ihre Ängste, Sorgen und Befürchtungen mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin. Sprechen Sie gemeinsam darüber, was Sie in Ihrem tiefsten Inneren belastet, Ihnen Angst macht oder Sie traurig stimmt. Die gegenseitige Öffnung ermöglicht Verständnis und eine gute gegenseitige Unterstützung.

Gutes Zuhören

Das Sprechen über Persönliches fällt vielen Menschen schwer. Man zeigt eigene Schwächen, macht sich verletzlich und auch angreifbar. Umso wichtiger ist es, dass der Zuhörende wohlwollend und verständnisvoll reagiert und dem Sprechenden die Zeit lässt, die er/sie braucht. Nur so kann sich der Erzählende verstanden, bestätigt und angenommen fühlen.
Achten Sie auch darauf, dass die Öffnung gegenseitig passiert: Beide Partner sollen erzählen und auch einmal zuhören dürfen. Erzählt immer nur eine Person kann das längerfristig zu einem Ungleichgewicht führen, was als unangenehm erlebt werden kann.

Freuen Sie sich gemeinsam

Neben dem Austausch über schwierige Situationen ist auch der Austausch über die schönen Momente im Leben wichtig für die Partnerschaft. Erzählen Sie von freudigen und erfolgreichen Ereignissen und nehmen Sie auch an den Erfolgen Ihres Partners/Ihrer Partnerin Anteil.

Bleiben Sie neugierig

Versuchen Sie in einem ständigen persönlichen Austausch zu bleiben - auch und gerade nach langjähriger Partnerschaft. Bleiben Sie neugierig, denn der andere und auch Sie selbst entwickeln sich ständig weiter und verändern sich. Ihr Partner/Ihre Partnerin mag vielleicht nicht mehr die gleichen Dinge wie vor 5 Jahren…
In vielen Beziehungen werden diese persönlichen Gespräche im Laufe der Zeit weniger. Zu Beginn der Beziehung möchte man den anderen kennenlernen, alles über ihn/sie erfahren und möchte an den schönen, sowie auch an den schwierigen Momenten teilhaben und verstehen, wie der andere diese erlebt. Mit der Zeit jedoch kehrt der Alltag ein, andere Verpflichtungen treten in den Vordergrund. Das können berufliche Belastungen sein, die Betreuung der Kinder oder die Pflege der Eltern. Man funktioniert, spricht sich ab, meistert den Alltag gemeinsam und unternimmt etwas mit Freunden oder mit der Familie. Und die Momente zu zweit, die noch bleiben, werden kürzer und dienen hauptsächlich der Koordination des Alltags.
Dies kann längerfristig dazu führen, dass man sich entfremdet. Man bekommt das Gefühl, den anderen nicht mehr richtig zu kennen, fühlt sich einander nicht mehr nahe. Die Partnerschaft erscheint einem leer oder routiniert. Oder aber es entstehen immer mehr Konflikte, weil das gegenseitige Verständnis fehlt. Denn  mangelnder persönlicher Austausch kann auch das Entstehen von Konflikten begünstigen.

“Oasen zu zweit“

Persönliche Gespräche können nicht zwischen Tür und Angel entstehen. Ein tiefer emotionaler Austausch braucht Zeit und Ruhe. Versuchen Sie deshalb regelmässig "Oasen zu zweit" einzuplanen, z.B. in Form eines regelmässigen Paarabends. Und suchen Sie in diesen Momenten zu zweit den persönlichen Austausch: Wie geht es dem Partner/der Partnerin? Was belastet ihn/sie und wie genau fühlt er/sie sich dabei? Was freut ihn/sie im Moment besonders? Wie erlebt er/sie die Partnerschaft im Moment? Ist er/sie zufrieden oder fehlt ihm/ihr manchmal etwas?

September: Beziehungskrisen

Krisen gehören dazu

Immer wieder auftretende oder längere Beziehungskrisen sollte man jedoch ernst nehmen und versuchen den Umgang miteinander zu verändern. Wenn dies aus eigener Kraft nicht gelingt, ist es sinnvoll rechtzeitig die Hilfe von qualifizierten Fachpersonen in Anspruch zu nehmen. Schade ist, dass Paartherapien laut Studien nur bei gut der Hälfte der Paare wirksam sind. Denn sie könnten noch mehr Paaren helfen, wenn sich diese frühzeitiger dazu entschliessen würden.

Krisen können dem Paar Denkanstösse geben und wichtige Veränderungen in der Partnerschaft stimulieren, die längerfristig wesentlich zu deren Gelingen beitragen. Sie müssen jedoch aktiv genutzt werden. Dazu ist es wichtig, dass man (a) Beziehungskrisen rechtzeitig erkennt, (b) die Einsicht hat, dass man selber etwas tun kann und (c) das Richtige tut.

Warnzeichen

Den ersten Schritt tun

Warten Sie nicht darauf, dass Ihr Partner/Ihre Partnerin den ersten Schritt tut, sondern überlegen Sie, was Sie selber zur Verbesserung des Paarklimas beitragen können. Meist fällt einem schneller ein, was der/die andere verändern sollte. Aber es lohnt sich über den eigenen Schatten zu springen!

Schönes stimulieren

Vielleicht denken Sie jetzt, dass Sie durch die Krise ja keine Lust haben, Ihren Partner/Ihre Partnerin zu verwöhnen, was verständlich ist. Aber irgendwo muss man anfangen den Teufelskreis, in den man geraten ist, zu unterbrechen. Und eine positive Verhaltensweise des einen regt eine weitere beim anderen an.

Schöne gemeinsame Erinnerungen pflegen

In schwierigen Zeiten kann es auch helfen, sich gemeinsam an frühere Zeiten in der Partnerschaft zu erinnern. Dadurch kann man Probleme relativieren, in einen grösseren Zusammenhang stellen und an das anzuknüpfen, was einmal schön, belebend und faszinierend war. Setzen Sie sich dafür gemütlich mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin zusammen und lassen Sie Ihre Beziehung mit all ihren schönen Episoden gemeinsam Revue passieren. Fangen Sie am Tag des Kennenlernens an und gehen Sie die Jahre der gemeinsamen Beziehung bis zum heutigen Zeitpunkt durch. Beide Partner nennen dabei die Ereignisse, die sie als besonders einprägsam und schön in Erinnerung haben.

Wenn Sie Bedenken haben, nicht beim Positiven bleiben zu können, könnte es vielleicht eine Alternative sein Fotos schöner gemeinsamer Erlebnisse anzuschauen.

Gegenseitige Akzeptanz

Unterschiede zwischen den Partnern sind normal und brauchen nicht eine ständige Quelle von Konflikten zu sein, in denen jeder versucht, den anderen zu verändern und zu dominieren. Durch das Aufgeben des Wunsches, den anderen verändern zu wollen, verändert sich paradoxerweise oftmals viel mehr. Wird man so akzeptiert wie man ist, verändert man sich selber bereitwilliger, da dies nun nicht mit Druck und Gesichtsverlust oder dem Gefühl des Nachgebens oder Unterlegen-Seins verbunden ist.

Persönlicher Austausch

Wenn Sie den Eindruck haben, dass der persönliche und konstruktive Austausch zwischen Ihnen zu kurz kommt oder schwierig ist und Sie sich eine bessere Kommunikationskultur wünschen, kann ein Training für Paare wie das paarlife-Training sinnvoll sein.

Das Ziel dieses Trainings liegt darin, den Austausch im Paar zu fördern und präventiv Paarkompetenzen zu vermitteln, die bei Stress, Konflikten und Krisen hilfreich sind. Die positiven Effekte eines solchen Trainings halten über viele Jahre an und können die Basis für eine stabile und glückliche Beziehung schaffen bzw. stärken. Befindet man sich jedoch gerade in einer akuten schweren Krise, ist eine Paartherapie einem Training vorzuziehen.

Oktober: Interview Anke Birnbaum, Leiterin paarlife Deutschland

Warum ist Commitment so wichtig für die Partnerschaft – und was ist das eigentlich genau?team-birnbaum

A.B.: In jeder Beziehung gibt es Abschnitte, die stressreich sind, und Krisen, welche die Partner belasten. Commitment – also der Zusammenhalt der Partner und der willentliche Entschluss, Zeit und Mühe in die Beziehung zu investieren - sind gerade in diesen Phasen sehr entscheidend für die Bewältigung der Herausforderungen als Paar.

Wie kann man das Commitment nachhaltig stärken?

A.B.: Um das eigene Commitment zu stärken, braucht es aus meiner Sicht vor allem die echte Akzeptanz, dass der Partner nicht alle Wünsche und Bedürfnisse befriedigen kann und muss. Diese innere Einstellung, welche eng mit realistischen Erwartungen an die Partnerschaft verbunden ist, stellt für mich eine wichtige Basis dar. Im Alltag braucht es außerdem die fortlaufende Bewusstheit, dass Partnerschaft Pflege braucht - auch dann, wenn die Partner zufrieden sind und das Leben reibungslos verläuft. Nachhaltigkeit braucht dauerhaften Einsatz.

Was, wenn mein Partner nicht so „committed“ ist wie ich? Kann ich da etwas tun?

A.B.: Wenn ein Partner diesen Eindruck hat, empfehle ich ein offenes Gespräch über dieses Thema und die damit zusammenhängenden Belastungen. Statt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, ist es hilfreich darauf zu schauen, was beide Partner brauchen, um ihre eigene und gemeinsame Motivation zur Pflege der Partnerschaft zu stärken.

Was ist Ihnen in Ihrer Beziehung besonders wichtig?

A.B.: In die gemeinsame Zeit zu investieren - auch im hektischen Alltag. Der fortwährende Austausch mit meinem Partner ist eine grundlegende Voraussetzung für unsere Nähe und Verbundenheit. Dieser Austausch ist nur möglich, wenn hierfür von beiden ausreichend Zeit eingeplant wird - trotz aller Organisationsleistungen, welche damit im Alltag verbunden sein können. Auf diese Weise kann man sich stets auf´s Neue zeigen, dass man einander zugewandt und wichtig ist.

Haben Sie einen persönlichen Paar-Tipp?

A.B.: Partnerschaften können mit Hilfe kleiner Rituale lebendig erhalten werden. Diese kleinen, aber wirkungsvollen gemeinsamen Handlungen im alltäglichen Zusammenleben vermitteln einander nicht nur Wertschätzung, sondern können zudem ein guter „Stresspuffer“ für anstrengende Zeiten sein.

November: Schwere Belastungen

Gemeinsam sind Sie stark! Umgang mit schweren Belastungen

Nahezu jedes Paar erlebt früher oder später schwierige Zeiten durch sogenannte kritische Lebensereignisse: Zum Beispiel durch den Verlust des Arbeitsplatzes, die Erkrankung eines Familienmitglieds oder dadurch, dass einer der Partner selbst erkrankt. Wenn das Paar es schafft, sich in solchen Phasen gegenseitig gut zu unterstützen, können solche Ereignisse das „Wir-Gefühl“ stärken, also das Paar „zusammenschweissen“.

Gegenseitige, nicht einseitige Unterstützung

Im Kontext von Problemen, Erkrankungen und Störungen spielt der Partner/die Partnerin als Unterstützungsquelle eine noch grössere Rolle als schon im Alltag. So ist eine befriedigende Partnerschaft ein bedeutender Schutzfaktor, wenn man mit schweren Belastungen konfrontiert ist. Dies zeigen auch Studien wie die Michigan Herzinfarkt-Studie: In den 48 Monaten nach einem schweren Herzinfarkt überlebten 70% der Patienten in glücklicher, aber nur 45% in unglücklicher Beziehung. Es ist zu vermuten, dass die Qualität der partnerschaftlichen Unterstützung eine entscheidende Rolle spielt.

Aber nicht nur der erkrankte, sondern auch der nicht erkrankte Partner braucht partnerschaftliche Unterstützung: Sind körperliche oder psychische Einschränkungen beim erkrankten Partner vorhanden, wird nicht jede Form der Unterstützung machbar sein, aber um emotionale Unterstützung wie z.B. Verständnis und Wertschätzung sollten sich beide Partner bemühen. Und jede kleine praktische Hilfestellung tut sowohl dem, der sie bekommt, als auch dem Gebenden gut, da damit Einseitigkeit vermieden wird.

Sich in die Lage des anderen versetzen

Tauschen Sie sich darüber aus, was das Ereignis für Sie selbst, für Ihren Partner/ Ihre Partnerin, aber auch für Sie gemeinsam bedeutet. Sprechen Sie eventuell ab, wann und wie lange Sie über ein bestimmtes schwieriges Thema sprechen möchten. So wird es Ihnen leichter fallen trotz der eigenen Belastungen auf den anderen einzugehen. Hören Sie gut zu und stellen Sie sich dabei „in die Schuhe“ Ihres Partners/Ihrer Partnerin.

Nachdem Sie sich um Verständnis bemüht haben, dürfen Sie auch Gegengewicht zu allfälligen negativen Gedanken geben - wenn dies für Sie passt. Wichtig ist, dass Unterstützung ehrlich gemeint und nicht aufgesetzt ist. Versuchen Sie feindselige, abwertende Kommentare und Vorwürfe zu vermeiden. Dies könnte dazu führen, dass sich Ihr Partner/Ihre Partnerin aus der Kommunikation zurückzieht oder dass es zwischen Ihnen zu eskalierenden Konflikten kommt.

Strategien für schwierige Situationen und Zeit für Entspannung

Legen Sie sich gemeinsam Strategien für Situationen zurecht, in denen Sie oder Ihr Partner/Ihre Partnerin von der schweren Belastung eingeholt werden. Stellen Sie eine Liste mit Möglichkeiten zusammen, wie Sie in einer solchen Situation reagieren können, um nicht in einen negativen Gefühlsstrudel zu kommen.

Versuchen Sie die Zeit ausserhalb des Gesprächs positiv zu gestalten. Denn auch wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie durch die Belastungen keine Zeit für zusätzliche Aktivitäten haben, ist es jetzt besonders wichtig einen Ausgleich zu schaffen: Gönnen Sie sich gerade in dieser schwierigen Zeit Inseln des gemeinsamen Vergnügens und der Entspannung zu zweit. Animieren Sie sich gegenseitig zu all‘ dem, was möglich ist - zu lustvollen Aktivitäten und Unternehmungen.

Die eigenen Bedürfnisse wahr- und ernstnehmen

Wenn der Partner/die Partnerin erkrankt ist, ist es wichtig die eigene Befindlichkeit und die eigenen Bedürfnisse nicht zu vergessen. Als Partner eines erkrankten Menschen haben Sie ein hohes Risiko selbst zu erkranken: Viele Partner von Menschen mit einer Depression zeigen in Tests höhere Depressionswerte als der Erkrankte.

Nehmen Sie sich Zeit für sich; unternehmen Sie z.B. allein etwas oder mit einem anderen Menschen, der Ihnen nahe steht. Und scheuen Sie sich nicht Hilfe von aussen anzunehmen. Wenden Sie sich auch früh genug an einen Psychotherapeuten oder an eine Beratungsstelle. Denn nur wenn Sie regelmässig Kraft tanken, können Sie auch für den anderen da sein.

Weitere Informationen:

  • "Depression und Partnerschaft: Hintergründe und Hilfen" von Prof. Guy Bodenmann (2009)
  • "Bevor der Stress uns scheidet: Resilienz in der Partnerschaft" von Prof. Guy Bodenmann (2016)

Dezember: Interview Prof. Dr. Guy Bodenmann, Entwickler und Direktor paarlife

Herr Prof. Bodenmann, gibt es Unterschibodenmannede im Kommunikationsverhalten zwischen Frauen und Männern in einer Beziehung? Wenn ja, welche?

Meta-Analysen* zum Kommunikationsverhalten von Frauen und Männer zeigen insgesamt nur geringe Unterschiede. Frauen und Männer streiten mit ähnlichen Mitteln, überhäufen sich, wenn sie in Fahrt kommen, mit verallgemeinernden Vorwürfen, werten sich ab, provozieren durch gemeine Fragen, versuchen sich defensiv aus der Verantwortung zu stehlen, auf der eigenen Position zu verharren und diese durchzusetzen. Während Frauen dies mitunter mit mehr Elan und größerer Eloquenz tun, finden sich sonst keine nennenswerten Unterschiede. Der einzige signifikante Unterschied betrifft die Neigung der Frau, Konflikte häufiger anzusprechen und hartnäckiger zu verfolgen und den Problemen auf den Grund gehen zu wollen (was man als "Demand"-Verhalten bezeichnet), während die Männer zu stärkerem Rückzugsverhalten neigen, dies sowohl während des Konflikts (indem sie beispielsweise ihre Fingernägel betrachten, währen die Frau heftig wird) wie auch im Sinne einer stärkeren Vermeidung von Konflikten, indem sie Spannungen aus dem Weg gehen.

Stimmt es, dass Männer sich schwerer tun, über Gefühle zu sprechen als Frauen?

Einerseits sprechen Frauen Gefühle aufgrund ihrer Sozialisation eher an, während Männer gelernt haben, eher rational und sachlich zu argumentieren und ihr Gefühlsleben für sich zu behalten. Geht es allerdings um tiefere, persönlichere Emotionen wie beispielsweise Hilflosigkeit, Resignation, Scham oder emotions-relevante Kognitionen wie Gefühle der Minderwertigkeit, Insuffizienz oder die Erfahrung unzureichender Wertschätzung und Achtung, tun sich Frauen meist gleich schwer wie Männer, diese Gefühle und persönlichen Themen zu kommunizieren. Beide müssen hierzu angeleitet und in ihrem Bemühen gestärkt werden. Interessanterweise können Frauen und Männer unter wohlwollender Anleitung (wie beispielsweise in einem Kommunikationstraining) diese emotionale Selbstöffnung sehr gut lernen.

Ergreifen eher Frauen in einer Beziehung die Initiative Präventions- und Therapieangebote zu nützen?

Die Beziehungsarbeit gilt auch heute noch in vielen Partnerschaften und gesellschaftlich als Frauendomäne. Frauen wurden über Jahrzehnte von der eigenen Mutter und in Frauenzeitschriften in diese Rolle als Verantwortliche für das Gelingen der Partnerschaft eingewiesen. Entsprechend ergreifen Frauen häufiger die Initiative, Partnerschaftsratgeber zu kaufen, Präventionskurse zu buchen oder bei Krisen sich um eine Paartherapie zu bemühen, um die Partnerschaft wieder auf Kurs zu bringen. Dennoch stellt man fest, dass immer häufiger Männer sich melden, um eine Paarberatung aufzugleisen. Auch die DVD "Glücklich zu zweit trotz Alltagsstress" wurde zu einem Großteil von Männern bestellt, welche sich Wissen am Computer aneignen möchten, wie sie besser mit den Anforderungen einer Partnerschaft umgehen können**.

Sind Frauen dann "im Vorteil" in der Therapie oder in Kursen, ist dieses Feld eher eine Frauendomäne?

In der Arbeit mit Paaren gilt strikte Neutralität und Unparteilichkeit. Der Paartherapeut ist dazu angehalten, unabhängig vom eigenen Geschlecht, beider Partner Interessen gleichermaßen zu vertreten und Anwalt des Paares zu sein. Damit werden auch sprachliche oder andere Vorteile eines Partners, höhere Kompetenzen oder Attraktivität und Sympathie unbedeutend. Es geht um das Wohl des Paares und Fortschritte, welche man mit beiden erzielen möchte.

Dürfen wir Ihnen eine persönliche Frage stellen, Professor Bodenmann? Wer ergreift bei Ihnen zuhause eher die Initiative zu persönlichen Gesprächen – Sie oder Ihre Frau?

Beide, das kommt darauf an, wer gerade etwas auf der Seele brennen hat. Wir haben eine abendliche Teekultur, wo wir nachdem die Kinder im Bett sind, noch gemütlich zusammensitzen, Tee trinken und uns darüber austauschen, was einen gerade beschäftigt. Es ist allerdings richtig, dass anfangs meine Frau die treibende Kraft hinter unserer Gesprächskultur war. Sie hatte zu Beginn unserer Beziehung stärker diese "Demand"-Rolle inne. Ich war jedoch nicht vermeidend, weshalb sich dieses emotionale Updating bei uns installieren konnte. Aber es ist so, dass auch in unserer Beziehung meine Frau der gute Geist ist.

*Meta-Analysen fassen die Studienergebnisse vieler wissenschaftlicher Studien zusammen
** Die Dvd wird in Form eines Online-Trainings angeboten – momentan durch Studienteilnahme und bald auf der Website zu kaufen

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